Formaldehyd – der Feind in meiner Wohnung

Wie viel heute noch in welchen Materialien steckt

Formaldehyd – der Feind in meiner Wohnung

Früher in den 70ern war es der bunte PVC Fußboden, der sehr stark roch, heute dünsten Teppiche, Kleidung und vor allem Möbel um die Wette. Wir alle kennen diesen fiesen, stechenden Geruch, der auch im Verdacht steht, Krebs zu verursachen. Doch wie schlimm ist die Lage wirklich?

 

Formaldehyd ist eine farblose Substanz, die bei Zimmertemperatur gasförmig wird und alles andere als gut riecht. Unsere Nasen können schon geringe Konzentrationen wahrnehmen. Die Substanz wirkt nicht nur keimtötend und konservierend, sondern auch desinfizierend, weshalb sie in vielen Produkten des täglichen Lebens enthalten ist. Aber nicht nur dort! Es ist kaum zu glauben, aber Formaldehyd kommt tatsächlich in der Natur vor, z.B. in Zellen von Mensch, Tier und Pflanzen. Der der Mensch atmet pro Tag rund 0,001 bis 0,01 mg/m3 Formaldehyd aus.

 

Etlichen Produkten wird Formaldehyd zugesetzt, z.B. als Konservierungsstoff in der Kosmetik. Hier sind gemäß EU-Kosmetikverordnung bis 0,2%, das sind 2.000 ppm (parts per million) zulässig, ab 0,05 % muss das Produkt mit „enthält Formaldehyd“ gekennzeichnet sein. In Mundpflegemitteln können immerhin noch bis 0,1 % (1.000 ppm) enthalten sein. In Nagelhärtern liegt die Höchstgrenze bei 5 %. Auch in zahlreichen Desinfektionsmitteln, Haushaltsreinigern, Farben und Lacken, Bauprodukten und Kleidung ist Formaldehyd enthalten. Im Textilbereich gilt bei freiwilligen Schadstoffprüfungen (z.B. Oeko-Tex® Standard 100) eine Maximalgrenze von 16 mg/kg (16 ppm). Dies ist zugleich der Grenzwert für Baby-Bekleidung.

 

Viele Holzwerkstoffe enthalten als Bindemittel oft Formaldehydharze, daher riechen neue Möbel meist ein paar Tage lang. Doch bei guter Qualität ist der Geruch weder unangenehm, noch dauerhaft. Wenn es aber nach mehreren Wochen immer noch müffelt, liegt der Verdacht nahe, dass ein hoher Formaldehyd-Anteil den Geruch verursacht. Auch Reaktionen wie Husten, Kratzen im Hals oder Kopfschmerzen, die erst beim Verlassen der Wohnung nachlassen, können ein Indiz für die gefährlichen Zusatzstoffe sein. Auf jeden Fall bei strengem Geruch von Möbeln und Fußbodenbelägen immer gut lüften - und stinkt das neue Regal nach mehr als vier Wochen immer noch, ist eine Reklamation berechtigt, sagt die Stiftung Warentest.

 

Möbel und Bodenbeläge werden drei Emissionsklassen zugeordnet. Eine Emissionsklasse gibt den Materialanteil von Formaldehyd an.

Emissionsklasse E1: Formaldehyd-Ausgleichskonzentration unter 0,1 ppm

Emissionsklasse E2: Formaldehyd-Ausgleichskonzentration 0,1 – 1,0 ppm

Emissionsklasse E3:Formaldehyd-Ausgleichskonzentration über 1,0 ppm

 


E1 ist die Gruppe mit der geringsten Schadstoffabgabe. Sie gilt als schadstofffrei. Nach Ansicht des Bundesinstitutes für Risikobewertung sollte der Richtwert für die Innenraumluft in Wohnungen maximal 0,1 ppm Formaldehyd betragen.

 

Wer sich also schützen möchte, sollte schon beim Einkauf aufpassen. Fragen Sie die Verkäufer nach dem Formaldehydgehalt. Bekleidung sollte vor dem Tragen immer gewaschen werden, besonders wenn sie schon verdächtig stinkt.

 

Die unter www.klick-vinyl-boden.de erhältlichen Vinylböden sind der Emissionsklasse „E1 schadstoffrei“ zugeordnet. Das DiBt (Deutsches Institut für Bautechnik) hat die Böden per 18.04.2013 gemäß DIN EN 14041 mit der Prüfnummer Z-156.603-1238 zugelassen.

 

Autoren: Malte Bastian, Tanja Puckhaber

Bild: ©fotolia, kostyha

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