Dem Giftstaub ein Schnippchen schlagen

Vorsicht beim Umgang mit Fliesenkleber

Dem Giftstaub ein Schnippchen schlagen

Die meisten Unfälle passieren bekanntlich im Haushalt. Doch wer renoviert, sollte nicht nur ein Auge auf Bohrmaschine oder Säge haben. Gerade beim Verlegen von Fliesen droht nämlich noch eine andere Gefahr: giftiger Staub. Heimwerker sollten beim Anrühren von Fliesenkleber nämlich stets darauf achten, möglichst keinen Zementstaub einzuatmen. Dieser kann die Atemwege reizen und zudem Chromat enthalten – eine Substanz, die möglicherweise Krebs erzeugend ist. Davor warnen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen. Außerdem sind unter alten Fliesen in Küche und Bad oft giftige Asbestfasern verborgen.

 

Da Chromat bei Hautkontakt auch starke allergische Reaktionen hervorrufen kann, sollten bei der Verarbeitung von zementbasiertem Fliesenkleber außerdem unbedingt wasserundurchlässige Handschuhe getragen werden“, betont Dr. Michael Barczok, Pneumologe im Lungenzentrum Ulm, das sich unter anderem auch auf die Erkennung und Behandlung von Allergien spezialisiert hat. Gefährlicher noch kann bei Renovierungen das Entfernen alter Fliesen sein: Bis weit in die 80er Jahre hinein wurden Fliesenkleber mit Astbestfaserrn verwendet, die eine bessere Haftung versprachen. Wer diesen jetzt mit schwerem Gerät zu Leibe rückt, muss aufpassen, die giftigen Fasern im Staub nicht einzuatmen. Ein entsprechender Mundschutz und eine Schutzbrille sind ein Minimum an Sicherheit bei diesen Arbeiten.

 

Aber zumindest beim Neuverlegen kann Entwarnung gegeben werden: Zementhaltige Fliesenkleber zum Verlegen sind nach Angaben der Zeitschrift Öko-Test im Ratgeber Bauen, Wohnen & Renovieren grundsätzlich gut geeignet. Im Test hatten alle 16 untersuchten Produkte in Bezug auf die Inhaltsstoffe sehr gut abgeschnitten, lediglich kleine Mängel bei der Beschriftung seien zu beanstanden gewesen, die aber keinen Einfluss auf das Produkt haben.

 

Die Hersteller haben auch auf die Warnungen der Mediziner reagiert: Um den Chromatgehalt der Fliesenkleber zu senken, werden nach Angaben von Öko-Test Chromatreduzierer zugesetzt, die allerdings eine begrenzte Haltbarkeit aufweisen. Nach Ablauf der Frist kann die Chromatkonzentration aber wieder zunehmen. Deshalb sollte man vor dem Kauf oder dem Anrühren eines Fliesenklebers immer auf die Haltbarkeitsangaben achten. Eine sinnvolle Alternative zum Zementkleber können etwa wasserlösliche Dispersionskleber sein, die allerdings nur an Wänden verwendet werden können, sich aber auch eignen, alte Fliesen einfach zu überkleben.

 

Wasserresistente Vinylfliesen sind am einfachsten zu verarbeiten: Sie werden völlig staubfrei zugeschnitten und schwimmend auf den alten Fliesen verlegt. Mit dem stinkenden PVC-Boden der 70 und 80er Jahre hat moderner Vinylboden nicht mehr viel gemeinsam, denn er ist aufgrund gesetzlicher Bestimmungen heute formaldehydfrei.

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