Minimalismus – der neue Trend?

Was braucht der Mensch

Minimalismus – der neue Trend?

Künstler, behauptet der Volksmund, reisen mit leichtem Gepäck. Viele Touristen hingegen bevorzugen oft selbst für kurze Trips Unmengen an Kleidung und Schuhen. Im Trend ist allerdings seit geraumer Zeit etwas ganz anderes: Der Minimalismus. Und das gilt nicht nur für Menschen, die auf Reisen gehen, sondern auch für das alltägliche Leben. Diverse Foren im Internet zeigen Möglichkeiten auf, wie dieser neue Trend funktioniert – und machen deutlich, dass weniger durchaus mehr sein kann.

 

Der neue Minimalismus will sich auf das Wesentliche im Leben konzentrieren. Das hat er mit der Stilrichtung Minimalismus gemein, in der sich etwa in der Architektur Gebäude und Inneneinrichtung auf die Dinge konzentrieren, die unbedingt erforderlich sind. Einer der typischen Stile des Minimalismus ist das Bauhaus – schnörkellos und funktional optimiert. Das sieht man nicht nur an Häusern, sondern auch an Einrichtungsgegenständen, wie etwa der berühmten Lampe von Wilhelm Wagenfeld oder den legendären Möbeln von Charles und Ray Eames.

 

Entsprechend soll das Leben mit dem neuen persönlichen Minimalismus auch aussehen: Als Strategie der Selbstoptimierung. Dazu gehört ein Verzicht auf überflüssige Gegenstände. Der Hausrat der Journalistin und Minimalismus-Ikone Katharina Finke passt zum Beispiel in zwei Koffer. Angefangen hat sie mit einer Aufräumaktion, bei der sie alles, was sie nicht mehr brauchte verschenkt und verkauft hat. Mit Geiz hat das nichts zu tun: Als moderne Nomadin reist und arbeitet sie rund um den Globus, lebt aus dem Koffer und wohnt auf teuren Ausklappsesseln und in Luxusappartements.

 

Wer Selbstoptimierung durch Minimalismus will, sollte im Kleider- und Schuhschrank beginnen: Alles kann raus, was man ein Jahr lang nicht getragen hat. Ab damit auf den Flohmarkt, zu Ebay oder verschenken. Weiter geht’s im Bücher- und CD-Regal. Auch hier kann reduziert werden – theoretisch auf Null, denn das, was man lesen oder hören will, geht auch online. Als nächstes sind Kundenkarten dran. Kein Mensch muss Punkte sammeln und seine Lebenszeit mit der Jagd nach Rabatten vertrödeln. Und beim Einkauf gilt: Einfachheit ist Trumpf. Das Auto wird verkauft, kurze Strecken legt man zu Fuß zurück, längere mit Carsharing. Und statt immer wieder neuer Billig-Möbel, reichen wenige langlebige Designerstücke. Wem das allerdings alles eine Nummer zu viel Minimalismus ist, kann auch ganz klein anfangen – und einfach mal regelmäßig die leeren Flaschen zum Container bringen…

 

Autor: Malte Bastian

Bild: fotolia

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